SAP DESIGN GUILD

Usability: Kunst und Wissenschaft zugleich

Von , SAP AG, User Experience – 06/23/2006

English Version • Dieser Artikel wurde ursprünglich in der Juni-2006-Ausgabe von SAP World veröffentlicht

Vor einem Jahr wurde das Team, das sich bei SAP mit den Themen Ergonomie (Usability) und Design von Benutzeroberflächen (UI Design) befasst, unter Dan Rosenberg neu aufgestellt. Seine neu organisierte, zentralisierte Gruppe erarbeitet einen verbesserten Design-Prozess, der sich konsequent an den Bedürfnissen der Benutzer orientiert. Das Leitmotiv der Abteilung kommt auch in ihrem Namen zum Ausdruck: „User Experience“. Die Gestaltung wirklich anwenderfreundlicher Oberflächen ist Kunst und Wissenschaft zugleich – und sie bedarf zudem einer gehörigen Portion praktischer Entwicklungsarbeit.

Dan RosenbergGanz gleich, an welchem Usability- Aspekt Dan Rosenberg, Senior Vice President, Product User Experience, und sein Team arbeiten – sie haben sich zum Ziel gesetzt, genau das zu bieten, was SAP-Kunden wünschen. Wie viele Geschäfte entscheidet SAP für sich und wie viele gehen an Wettbewerber aufgrund der Qualität der Benutzeroberfläche? Wie können wir die Kundenzufriedenheit verbessern und die Gesamtbetriebskosten senken? Diese Fragen stellen sich Dan und sein Team täglich. Dan, der von Oracle kam, wo er Vice President für UI-Design war, ist davon überzeugt, dass das Beste für SAPKunden auch das Beste fürs Geschäft ist: Niedrigere Gesamtbetriebskosten bedeuten zusätzliches freies Budget, das in neue SAP-Produkte investiert werden kann. Dies wiederum macht sich ebenso positiv im SAP-Unternehmensergebnis wie bei der Produktivität der Kunden bemerkbar.

Nun ist das Streben nach erstklassigem UI-Design bei SAP beileibe kein neues Ziel. So erfindet Dans internationales Team das Rad auch nicht neu, sondern setzt auf die richtige Mischung von Kunst und Wissenschaft, durch die echte Benutzerfreundlichkeit erreicht werden kann. Oberstes Prinzip ist dabei, jeden einzelnen Anwender im Produktlebenszyklus vom SAP-Produkt zu überzeugen. Das fängt beim CIO an, der die Kaufentscheidung trifft, und reicht über den IT-Techniker, der die Software installiert, bis hin zum Disponenten, der in einem hektischen, lauten Lager arbeitet.

 

Entwicklung

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen User- Experience-Teams mit verschiedenen Aufgaben und Funktionen an den SAP-Entwicklungsstandorten in Deutschland, den USA, Israel, Bulgarien, China und Indien eng zusammenarbeiten.

Teams mit Entwicklungs-Expertise im Design von Kern-UI-Technologien konzentrieren sich in Zusammenarbeit mit dem SAP NetWeaver-Team auf das zentrale UI-Coding (UI Core Code) und die Entwicklungswerkzeuge. Dieses Team hat in erster Linie die Aufgabe, die UI-Standards von SAP zu erstellen. Gleichzeitig befassen sich spezialisierte UI-Design-Teams, die über Fachkenntnisse in den einzelnen Anwendungen der mySAP Business Suite verfügen, mit speziellen Fragestellungen ihres Bereichs.

Ein Infrastruktur-Team ist für funktionsübergreifende Aktivitäten zuständig. Es koordiniert die interne und externe Kommunikation der SAP über UI-Themen und bietet als Betreiber der SAP Design Guild Website und der SAP UI Gallery die notwendige Plattform für den Erfahrungsaustausch. Darüber hinaus organisiert das Team Anwendertests, um vom ersten Prototypen bis zum fertigen Software-Modul Feedback vom Benutzer einzuholen. Das Team leistet auch Unterstützung für die Entwicklung und Handhabung der Werkzeuge zum Bau von Design-Prototypen. Weiter bietet die Gruppe Schulungen an, damit die Kollegen bei den Methoden immer auf dem neuesten Stand bleiben.

 

Kunst

Auch das User Experience Visual Design Team in Walldorf spielt eine wichtige Rolle für die Anwenderfreundlichkeit. Es legt in Stylesheets – die Layout, Farbe und Schriftarten bestimmen – fest, wie die Marke SAP sowohl in der HTML- als auch in der GUI-Version auf dem Bildschirm erscheint.

Auf der nächsten Detailebene entwickelt das Team das Design für spezielle Bedienungselemente. Es gestaltet Ikonen und andere Bildelemente bis ins kleinste Detail, sodass Produktfunktionen durch eine visuelle Grammatik für Aktionen und Objekte genau sichtbar werden. Die Herausforderung besteht darin, visuell inspirierende Produkte zu erstellen, ohne dabei ein zeitloses, klassisches Design aus dem Auge zu verlieren.

 

Wissenschaft

Wie kann SAP mit der immensen Produktpalette Konsistenz wahren und erreichen, dass neue SAP-Produkte stets marktführend sind? Der weiterentwickelte User-Centered-Design-Prozess (UCD) beschreibt, mit welchen wissenschaftlichen Methoden man eine hohe Benutzerfreundlichkeit erreichen kann.

Usability LabJahrelange Forschungen haben es gezeigt: Nur wer die Bedürfnisse der Anwender wirklich kennt und ihre Leistung quantifizierbar messen kann, kann die Anforderungen der Kunden in erstklassige Produkte umsetzen. Seit Januar 2006 wird beim Thema User Experience ein verbesserter UCD-Prozess erprobt. Ziel ist es, die Benutzer so früh und so oft wie möglich in den Softwareentwicklungsprozess einzubinden, ihre Bedürfnisse, ihr Fachwissen und ihre Arbeitsgewohnheiten zu messen und in präzise Anwenderfälle, Anforderungen und Gestaltungsvorschläge umzusetzen.

UCD ist eine Philosophie – allerdings eine, die nicht der Theorie allein verhaftet bleibt: Der UCD-Prozess stellt Solution- Managern, Softwareentwicklern und UI-Designern einen Methodenkatalog zur Verfügung, mit dem sie vom frühesten Softwareentwicklungsstadium an sicherstellen können, dass künftige Produkte den Anforderungen der Anwender entsprechen. Durch die Einbindung von UCD in den Product Innovation Lifecycle (PIL) stehen der Anwender und seine Bedürfnisse während des gesamten Entwicklungsprozesses im Mittelpunkt. UCD legt die Aufgaben und Zuständigkeiten aller Beteiligten in jeder Phase fest und fördert die Unterstützung durch das Management.

Eine wissenschaftliche Dimension erhält der Prozess letztendlich durch die objektive Messung der Leistung des Anwenders, durch die Manager und Designer Produktverbesserungen erkennen können. Usability-Labore können die Effizienz, Effektivität und Zufriedenheit der Anwender mit statistisch zuverlässigen Mitteln messen. Die Daten ermöglichen auch einen Vergleich mit Produkten von Wettbewerbern sowie mit Branchenstandards und Normen.

Durch eine Mischung aus UCD-Prozessen, einer Prise Kunst und einer gehörigen Portion Wissenschaft wird das neu aufgestellte User Experience Team in Zusammenarbeit mit dem Solution Management und der Entwicklung in den nächsten Jahren eine kontinuierliche Verbesserung in diesem für SAP so wichtigen Bereich erreichen. Von jeder Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit profitieren sowohl das Unternehmen als auch die Mitarbeiter und Kunden – mit Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen.

 

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